Ess-Brech-Sucht (Bulimie, Bulimia nervosa)

Die stille Rebellion

Patienten, die an Bulimie leiden, erkennt man im Alltag nicht unbedingt sofort. Nicht immer sind sie untergewichtig, sondern oft Normalgewichtig.

Bei ihnen steht die Nahrungsbeschaffung, das Essen und das Erbrechen im Vordergrund des Alltags. Sie geben sehr viel Geld aus für Nahrungsmittel, die manchmal zunächst gehortet und dann in einer Essattacke gegessen werden. Die Essattacken finden im Geheimen statt, weshalb Familie, Freunde und das soziale Umfeld zunächst nichts davon merken. Zu den Massen an Nahrung, die innerhalb einer Attacke zu sich genommen wird, trinken sie literweise Milch oder Limonaden, haben eine bestimmte Reihenfolge an Lebensmitteln, welche zuerst gegessen werden und welche den Abschluss bilden.

Sobald der letzte Bissen heruntergeschluckt ist, sind die Patienten von starken Schuldgefühlen geplagt, denn Kontrollverlust, den sie während einer Essattacke erleben, ist ihre größte Angst. Sie fühlen sich beschmutzt, schwach und unrein.


Während einer Essattacke werden oft „verbotene“ Lebensmittel konsumiert.


Die Folge: sie erbrechen sich. 

Danach fühlen sie sich befreiter, sind aber kraftlos, ausgelaugt. Je nach Dauer der Erkrankung erkennt man typische Merkmale einer bulimischen Person:

  • geschwollene Augen

  • kariöse Zähne

  • „Kotzbäckchen“ (Schwellung der Ohrspeicheldrüsen)

  • typische Spuren an den Fingerknöcheln (Bissspuren durch das selbstinduzierte Erbrechen)

  • Herzrhythmusstörungen (auf Grund von Elektrolytverschiebungen)

  • Mangelernährung (auch bei Normalgewicht, da durch Erbrechen wichtige Nährstoffe nicht aufgenommen werden können)

  • Depressionen

  • Komorbidität (soziale Phobie, Angststörung, Zwangsstörung, Suchterkrankungen s.o.)



Als Auslöser werden verschiedene Faktoren genannt, die wiederum nicht auf jeden Patienten zutreffen müssen:

  • Verdrängung der eigenen Bedürfnisse

  • Gewichts-/Schlankheitsideale

  • Konfliktvermeidung ( lieber essen und es nachher erbrechen, als mit der Familie etc. Diskussionen auszutragen)

  • Autoaggressionen (anstatt aus der Haut zu fahren)

  • Konflikte mit der eigenen Sexualität

  • Rebellion (finden alles „zum Kotzen“)

  • Kontrolle (über den eigenen Körper)  behalten (Widerspruch zum erlebten Kontrollverlust während einer Heißhungerattacke)

  • Missbrauch

  • Mobbing 


Diagnosekriterien:

Laut ICD-10 und DSM -V sollen folgende Merkmale Vorligen, damit eine Bulimie diagnostiziert werden kann:

  • Normalgewicht (bei Untergewicht muss im Grunde schon die Anorexie diagnostiert werden)

  • Essanfälle:  Essattacken auf Grund von Heißhungeranfällen, die nicht kontrolliert werden können.  Dies geschieht mindestens zwei mal in der Woche über midnestens drei Monate hinweg

  • Gegenmaßnahmen: Um nicht zuzunehmen, werden Maßnahmen ergriffen, die einer Gewichtszunahme entgegensteuern.  Dazu gehören das selbstinduziertes Erbrechen, Einnahme von Abführ- und/oder Entwässerungsmitteln sowie Appetitzüglern. Des Weiteren betreiben Betroffene übermäßigen Sport, oft in Kombination mit tagelangem Fasten.

  • Selbstwertgefühl: Das Selbstwertgefühl hängt ausschließlich von der Figur und dem Gewicht ab.


Außerdem lassen sich bei bulimischen Patienten zwei Gruppen unterscheiden:

  1. Wenden Maßnahmen an, um Nahrung wieder loszuwerden. Sie erbechen, nehmen Abführmittel und Entwässerungsmittel.

  2. Kein Erbrechen, stattdessen Gewichtsregulation durch Fasten zwischen den Essanfällen und versuchen mit exzessivem Sportprgramm ihren Stoffwechsel anzuregen und somit ihren Kalorienverbrauch zu erhöhen

Auch hier gilt, meine Behandlung ersetzt keine ärztliche Behandlung. Bei starkem Untergewicht und deutlichen körperlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte zunächst an einen Arzt oder eine Spezialklinik für Essgestörte.

 

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©2019 Heilpraktikerin Yvonne König